Miks real spaces Hamburg
Home Exhibition
 Die Messewelt steht Kopf Likes 2373
Messeauftritt
Maike Flerlage *Design
Brembo – ein Stand der weder perfekt noch sonderlich monumental ist, aber dennoch durch kleine, nette Details auffällt. Die wellenförmige Lamellenfront ist nicht besonders innovativ, zieht aber die Blicke der Besucher auf sich. Der Clou ist die Produktpräsentation der eigentlich eher unspektakulären Bremssysteme. Diese schweben augenscheinlich in abgehängten Glaskuben am Rande der Standfläche. Erst beim Herantreten erkennt man die Befestigung innerhalb einer Glasscheibe. Ziel erreicht – der Besucher ist am Stand und erlebt einen Aha-Effekt. Bei näherer Betrachtung überzeugt der Auftritt mit seiner sorgfältigen Verarbeitung und sticht so zwischen anderen mittelgroßen Ständen heraus.
Messe Beratung
Audi setzt 2013 im Vergleich zu 2011 auf eine Kombination aus Geradlinigkeit und Perspektivwechsel. Der freistehende Kubus im Außenbereich zieht die Besucher durch umlaufende Spiegel an und verleiht ihm gleichzeitig einen schwebenden Effekt. Mit dem Eintreten in den Pavillon erfährt man eine ganz neue Welt. Stilisierte Wolkenkratzer stoßen aus der verspiegelten Decke und verleihen dem Raum eine Endlosigkeit. Der Besucher schwankt zwischen Verwirrung und Faszination. Durch die Spiegelungen wird er selbst zum Teil der Ausstellung. Diese „Mega-City“ begeistert und zieht die Massen durch seine Straßenschluchten. Das Auto ist hier nicht mehr die Hauptattraktion. Ein kopfstehender Stadtpark bietet inmitten des Trubels auch hier ein wenig Erholung. Diese Art der Inszenierung steht zwar auf der Kippe zur visuellen Überforderung, grenzt sich aber gerade dadurch zu den vielen anderen eintönigen Konkurrenten ab und bleibt definitiv im (verdrehten) Kopf.
Messe Design
Volkswagen nimmt sich im Gegensatz zu seinen größten Konkurrenten wie Mercedes oder Audi mit seinem Auftritt zurück, überzeugt dafür aber mit einem soliden Stand, der durch kleine, intelligente Highlights aufgelockert wird. Ein geschwungenes dreidimensionales Band bildet eine Klammer um die schlichte Produktshow auf einem großflächigen Plateau. Die Autos stehen im Mittelpunkt, werden aber nicht weiter hervorgehoben. Dafür hat der Besucher durch Tools wie Augmented Reality oder übergroße Touchscreens die Möglichkeit, die Marke interaktiv zu erleben. Zudem wird der gesamte Stand in ein wechselndes farbiges Licht getaucht und erzeugt somit unterbewusst eine Veränderung der Atmosphäre während des Besuches. Ein spannender Effekt, der die Starrheit des Auftritts ausgleicht.
Messe Consulting
Mini – NOT NORMAL. Das Motto ist Programm. Durch eine geschwungene Röhre rutschen oder seinen ganz eigenen Mini per medialer Sprühflasche designen und es just in time den Freunden mitteilen – hier kann der Besucher das Kind in sich herauslassen.
Die Zielgruppe, die vermutlich älter ist, als sie sich fühlt, kommt hier ganz auf ihre Kosten und lässt sich durch die lockere Atmosphäre und die individuellen Interaktionen begeistern. Der Auftritt sprüht vor Jugendlichkeit und ist dadurch äußerst authentisch. Eine willkommene Erfrischung auf der IAA.
Messe Beratung
Mercedes Benz – Faszination Messestand. So viel ist klar, dieser Auftritt ist beeindruckend. Durch seine Größe, seine Vielschichtigkeit, seine Detailliebe und durch seine spektakuläre Show. Die Besucherführung über die drei Ebenen steigert zum einen die Dramaturgie, führt aber auch gleichzeitig zu einem stetigen Wechsel des Blickwinkels auf das Zentrum des Standes – die Show! Hier erhält jedes Auto seine ganz eigene Inszenierung und zieht die Besucher in ihren Bann. Zwischen den Showabschnitten bleibt genug Zeit die liebevollen Produktpräsentationen zu erforschen. Auch hier wird viel Wert auf grafische und beleuchtungstechnische Gestaltung gelegt. Zum Abschluss des Rundgangs eröffnet sich dem Besucher ein perfekter Blick auf die Show und das hautnahe Erleben der präsentierten Autos. Mercedes bedient sich natürlich nicht zum ersten Mal dieser stark szenografischen Mittel, aber dennoch ist und bleibt es eine Inszenierung die berührt. Spätestens hier ist uns klar – wir wurden „benz-washed“.
Messe Planung
Im Ganzen betrachtet wenden die meisten Aussteller dasselbe Rezept an – große LED-Wände mit Werbeeinspielern, schlichte Plateaus für die Autos und interaktive Informationsvermittlung an passend gestalteten iPad-Stelen. Das ist zwar schön, aber in der Masse leider austauschbar. Die hier vorgestellten Marken schaffen es alle in unterschiedlicher Form, sich davon abzusetzen und überzeugen mal durch Innovation und mal durch spielerische Details. Wichtig ist nur, anders zu sein und den Besucher dadurch zu packen. Für die IAA 2015 können wir Gestalter uns also wünschen, noch mehr Querschläger wie diese zu entdecken.
Fahrstuhl